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Das Superhelden-Duo: LLMs und Embedding-Modelle

Geschrieben von Eric McDermott | 20.02.2026 12:09:39

Im E-Commerce entscheidet Sichtbarkeit über Umsatz. Während klassische SEO-Strategien auf Keyword-Dichte, Tags und Backlinks setzen, verändert KI die Spielregeln. Die nächste Evolutionsstufe im E-Commerce-SEO heißt: semantisches Verständnis statt einfaches Keyword-Matching. Das gelingt mithilfe von KI-basierten Large Language Models. Es ist kein Wunder, dass sie im Mittelpunkt neuer Technologien stehen, denn sie verstehen Sprache und generieren Texte. Besonders interessant wird es, wenn LLMs zusammen mit Embedding-Modellen und deren Vektoren eingesetzt werden.

Vektoren sind eine Methode, mit der diese Modelle Wörter darstellen. Ein Embedding-Modell wandelt Wörter in Vektoren fester Länge um, deren relative Positionen ihre Bedeutung codieren. So liegen Begriffe wie „cat“ und „kitten“ geometrisch näher beieinander als „cat“ und „cactus“. Diese Vektoren sind in einem Raum tausender Dimensionen eingebettet, was bedeutet: Eine enorme Menge semantischer Nuancen wird von diesen Modellen erfasst. Mit in Geometrie verankerter Sprache können Systeme Ideen schnell clustern, bewerten und miteinander vergleichen. LLMs greifen dann auf diese internen Repräsentationen zurück, um diese Konzepte wieder in für uns verständliche Wörter zu übersetzen.

 

Was hat das mit SEO zu tun?

SEO nutzt Muster, wie User Fragen stellen und Webseiten diese beantworten. Klassisches SEO betrachtete dies anhand oberflächlicher Merkmale, wie exakte Keyword-Übereinstimmung. 
Embedding-Modelle ermöglichen uns, eine Ebene tiefer zu gehen, und so die Bedeutung der Wörter zu messen. 


Das erfolgreiche Matchen von Suchanfragen und Inhalten

Blicken wir zurück auf o.g. Beispiel: Wenn Wörter als Vektoren dargestellt werden, lässt sich mithilfe großer Kodierungsdatenbanken mathematisch erkennen, dass „cat“ näher bei „kitten“ liegt als bei „cactus“. Übertragen auf SEO eröffnet das neue Potenziale, denn auch Nutzeranfragen und potenzielle Zielseiten lassen sich in Vektoren kodieren. Die Relevanz der Antwort jeder Seite zur Suchanfrage ergibt sich dann aus der Distanz zwischen diesen Vektoren. Liegt ein Artikel über „pflegeleichte Zimmer-Sukkulenten“ näher an der Suchanfrage als die Konkurrenz, ist der Klick gerechtfertigt, auch ohne den exakten Ausdruck „pflegeleichte Zimmerpflanzen“. Mit vektor-bewussten Tools lässt sich diese semantische Lücke schon vor Veröffentlichung erkennen und so arbeiten bereits moderne Suchmaschinen wie Googles BERT oder OpenAI-gestützte Suchen.

 

Keyword-Clustering zum Optimieren von Websites und Onlineshops

Embedding-Modelle bieten einen wichtigen Vorteil: Sie ermöglichen effizientes Clustering. So lassen sich zehntausende Long-Tail-Keywords in ein Modell einspeisen und ein einfacher Algorithmus erkennt natürliche Themencluster, wie „Bewässerungsprobleme“ oder „Schreibtischpflanzen“. Jedes Cluster-Thema schlägt eine zentrale Hauptseite (Pillarpage) und passende Unterseiten vor. So entsteht eine intelligentere Website-Struktur, die Inhalte vom Allgemeinen zum Spezifischen gliedert. Embeddings machen zudem die Beziehungen zwischen Parent- und Child-Seiten sichtbar: Liegen ihre Ähnlichkeitsvektoren nah beieinander, stärkt das die semantische Kohärenz und erleichtert Suchmaschinen-Crawlern die Einschätzung der thematischen Autorität.

 

Contentlücken-Vektoren erkennen

Im nächsten Schritt lohnt ein Blick auf die Beziehung zwischen Suchanfrage und Antwort. Mit Embedding-Vektoren lassen sich bestehende Artikel im gleichen geometrischen Raum wie alle Suchanfragen einer Nische abbilden. Ähnlich wie eine Heatmap zeigen Bereiche mit hoher Konzentration bereits gut abgedeckte Inhalte und jene Bereiche, in denen viele Suchanfragen gebündelt sind, aber kein Inhalt existiert, präsentieren ganz objektiv Chancen für die Erstellung neuer Inhalte.

 

Kontinuierliche Content-Relevanz sicherstellen

Semantik verändert sich. Wenn sich Fachbegriffe weiterentwickeln (zum Beispiel der Begriff „generative KI“ den früher gebräuchlichen „GANs“ ablöst),  können die Embeddings neu berechnet und Seiten markiert werden, deren Abstand zur ursprünglichen Suchintention gewachsen ist. Noch besser: Dieser Prozess lässt sich automatisieren, sodass Content-Updates starten, bevor die Rankings sinken. In Vektoren zu denken verwandelt SEO also vom simplen Keyword-Matching in geometrisches Engineering. Vektoren ersetzen Keywords nicht, sondern setzen sie in einen neuen Kontext. Dank derselben mathematischen Sprache wie Suchmaschinen entfällt das Rätselraten über Algorithmen, und Antworten können unabhängig von der genauen Formulierung der Frage direkt veröffentlicht werden. E-Commerce-Unternehmen profitieren von diesem tiefen semantischen Verständnis und machen ihr SEO smarter, nutzerorientierter und langlebiger – ein echter Booster für Umsatz und Kundenzufriedenheit.