Danke Digitalisierung!? #Staythef*ckhome

Die Autorin

 

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Sabine Heydenbluth
senior digital consultant
DIGITALISIERUNG IN DER KRISE – CORONA ALS BARRIERE ODER KATALYSATOR?

Unsere aktuelle Situation als Paradoxon: soziale Distanz ist angesagt und es entsteht das Gegenteil: soziale Nähe. Physisch halten wir Abstand voneinander und verknüpfen uns dafür virtuell enger und das vor allem digital.

Wir reaktivieren in Vergessenheit geratene Kontakte, bauen Netzwerke auf, nehmen an Petitionen teil und recherchieren Tools, um uns gegenseitig zu helfen. Wo bislang Hilfspotenziale ungenutzt blieben, bewegen sich Institutionen, Firmen und Menschen aufeinander zu. Der eingeschränkte Bewegungsradius erweitert den Horizont und die Möglichkeiten auf pragmatische und sehr menschliche Art und Weise. 

Apps und Portale haben Hochkonjunktur – es wird geteilt, was hilft. Social Sharing sorgt für neue Nähe und neue Wege, Not zu lindern und die Kurve zu glätten. Stadt und Staat, Bürger und Beamte bauen gemeinsam digitale Lösungen und Nähe auf.

 

1. Dank Digitalisierung neue Nähe

2. Dank Digitalisierung kein Kulturschock – oder doch?
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Danke Digitalisierung!

diconium fights Corona!

Wir sind super stolz, dass unsere Kollegen beim #WirvsVirus-Hackathon der Bundesregierung, dem größten Hackathon aller Zeiten, alles gegeben haben – und es neben 28.000 Teilnehmern und 1.500 Konzepten unter die 20 Finalisten geschafft haben. Das mit tatkräftiger Unterstützung von weiteren Beteiligten konzipierte Gewinnerprojekt Smallbusinesshero hilft dem stationärem Handel, Waren bequem und schnell online zu verkaufen. Die ZEIT schreibt: "Der Bundes-Hackathon brachte gute Ideen – jetzt müssen Macher sie umsetzen." Wir sind mit Hochdruck dabei.

Dazu haben wir aktuell die Chance, einen  Teil zur Unterstützung überlasteter Ärzte und Krankenhäuser beizutragen: In Deutschland werden derzeit pro Woche hundertausende Corona-Tests durchgeführt. Das Problem: Es gibt keine zentrale Steuerung, wenig Transparenz und dadurch eine undurchsichtige Datenlage. Dieser Prozess soll nun auf einer digitalen Plattform gebündelt werden; ausnahmslos alle Corona-Tests sollen über diesen Service eingeleitet werden. Wir haben bereits begonnen, gemeinsam mit der Björn-Steiger-Stiftung und anderen fantastischen Partnern dieses bedeutsame Projekt zu realisieren (mehr darüber und andere digitale Werkzeuge, die helfen können, (Daten-)Wissen über Covid-19 zu schaffen bei FAZ+).

#IMPACT #COLLABORATION

Dank Digitalisierung Neue Nähe

Die klassischen Medien lancieren #wirzusammen, #gemeinsam und #wirbleibenzuhause, die neuen Medien Nachbarschafts-Angebote und der Mobilfunkanbieter Vodafone erinnert uns permanent an #StayHome im Display. Dank Digitalisierung haben wir uns gegenseitig im Blick und in (virtueller) Nähe. Aus individuellem Interesse wird Solidarität: Mit den Nachbarn, den lokalen Geschäften, den Freiberuflern, den Eltern unter uns, den Kindern fremder Leute, dem Klinikpersonal, den Landwirten. Corona zwingt uns zu ungewohnter Transparenz: Starten wir unsere Videokonferenzen, geben wir Einblick in unser privates Zuhause, unsere Küchengeräte und Kinderzimmergeräusche, Lieblingsfotos, Lichterketten, Büchertürme oder Bodenvasen – wir blicken uns gegenseitig ins Leben. Es „menschelt“ in den virtuellen Jourfixes und Kundenterminen und man hört sich anders zu. Wir entdecken täglich Neues: wie die Blumenbank des Kollegen zum Beispiel (ach, ja es gibt derzeit keine Blumenläden) und wir üben Zuhören, sind fokussierter und empathischer.
 

Es „menschelt“ in den virtuellen Jourfixes und Kundenterminen.


Im Homeoffice erlebt man plötzlich die Themen und Probleme des Partners live mit. Man ist hautnah dabei, wenn die Kinder mit ihren Lehrern debattieren. Man gibt den Lehrern Tipps und Tricks zu Online-Tools und die eigenen Kinder helfen mit einer Englisch-Vokabel aus. Diese tägliche dichte Wahrnehmung klärt auf, wo früher nur vermutet wurde und jeder mit seinen Phantasien oder Vorurteilen kämpfte und verschafft damit Klarheit und (neue) Nähe. Auch innerhalb der Familie. Der Wunsch, das Gewohnte zu bewahren – auch wenn sich gerade alles (mögliche) verändert – verbindet die Menschen. Untereinander und miteinander. Zum Beispiel mit den Menschen hinter den sogenannten Dienstleistungen. Mit der neuen Nähe erwacht auch ein neuer Blick. Für die Pflegeschwester/den Pfleger, den Krankenhaus-Manager (Wer hat Infektionsschutzkleidung für mindestens zwei Jahre auf Vorrat bestellt und ist flexibel und kreativ bei der Eigenproduktion?), die Verkäufer/innen in den Supermärkten und die vielen anderen „hidden heroes“ unseres gewohnten, früheren Alltags. 
 

Begriffe wie Dankbarkeit, Systemrelevanz, Respekt und Verdienst rücken in den Fokus und bekommen einen neuen Platz in der Wertschätzungskette.


Es erwacht eine neue Nähe zwischen den Generationen, der achtsame Umgang und die Fürsorge bekommen Namen mit jungen Gesichtern, Webseiten und Apps. Zettel hängen im Hausflur, man ruft die Dame im 5. Stock an, klingelt bei den frischgebackenen Eltern im Haus und behält die junge Generation in den eigenen vier Wänden (FaceTime, Snapchat, Instagram und houseparty.com sei Dank). Die Jugend hackt unter anderem zusammen mit der Generation der grauen Eminenzen für „Wege aus der Einsamkeit“, weil sie mit Code die Welt verbessern will. Es entsteht ein Corona-zeitgemäßes Angebot.

Dank Digitalisierung kein Kulturschock – oder doch?

Geschäftsmodelle und face-to-face- Events sollten sinnvoll ergänzt oder ersetzt werden? Messen und Museen oder kulturelle Events, Kino- und Theatervorstellungen, Konzerte oder der Schul- und Uni-Alltag mit Professoren, Dozenten, Seminaren, Forschungslaboren und Hörsälen – alle leben vom Publikum. Corona-zeitgemäß verzichten wir auf persönliche Treffen und Events persönlicher Art. Für einige Geschäftszweige bedeutet Verzicht Verlust: Messebauer, Logistiker, Eventagenturen, Kreative, Medienproduzenten, Caterer, Fachverlage, Merchandise-Hersteller und noch viele mehr.  

„Leipzig liest“-Krimis, Comics, Fachbücher, Reisebücher, Tagebücher, Romane, Kinderbücher, Kochbücher – neue Autoren treffen neue Verleger und neue Leser – das alles verspricht die Leipziger Buchmesse. Sie ist heute nach der Frankfurter Buchmesse die zweitgrößte Deutschlands und neben der Automesse Auto Mobil International die bekannteste Messe Leipzigs. Sie findet alljährlich Mitte März auf dem Gelände der Leipziger Messe statt. Mit 208.000 Besuchern stellte die Buchmesse 2017 erneut einen Rekord auf. Und 2020 darf sie über 200.000 Besuchern nicht willkommen heißen, sondern muss mit Bedauern absagen. Das erste Mal seit Bestehen im 17. Jahrhundert. Auch der Hamburger Fischmarkt – ein Wahrzeichen der Hansestadt musste seit 300 Jahren erstmals schließen. Doch wo sich eine Tür schließt, öffnen sich neue. In diesem Fall schließen mehrere Ausstellungs- und Konzerthallentüren und neue Türen öffnen sich mittels Laptop, stationären und Mobile Devices. Ein passender Schlüssel ist bereits in Arbeit: Digital Access.

Also: Tschüss Trolley und Tages-Ticket – hallo Remote und virtual Reality!

 

Vordenker im kulturellen Bereich beobachten wir nicht erst seit Corona. Dennoch scheint uns diese spezielle Zeit auch besonders empfänglich zu machen für alternative Kunstaspekte. So entstehen gänzlich neue Kunstformen: Balkon-Orchester und DJ-Initiativen (lokale DJs spielen Club- oder Dach-Sessions), Musiker initiieren Konzerte als Online-Sessions und sammeln Spenden  – selbstverständlich online – für andere Künstler, deren Chancen auf gefüllte Konzertsäle durch die Pandemie gegen Null gehen (würden). Unter dem Motto „StadtPalais Digital – Online für Euch!“ reagiert das StadtPalais Stuttgart auf die aktuelle Situation mit einem vielseitigen Programm aus interaktiven Live-Führungen und digitalen Rundgängen, das Trickfilmfestival Stuttgart arbeitet an einer Online-Ausgabe, das Deutsche Museum in München lässt sich interaktiv-virtuell entdecken. Neben all diesen Ad-hoc-Lösungen und -Angeboten, um eben jenen „Kulturschock“ zu kompensieren (das Fehlen der Möglichkeiten, Theater, Museen, Bibliotheken, Seminare, Schulen oder Konzerte zu besuchen) sprießen auch gänzlich neue Formate und Event-Ansätze aus dem Boden.

Auch für unsere B2B-Kunden versuchen wir, Messen und Events neu zu denken. Wir freuen uns beispielsweise auf das brandneue „First-aid“-Konzept für Industrie-Kunden, die eigentlich auf Produktplatzierungen auf Messen angewiesen sind. Kontaktieren Sie uns gerne dazu.

 

Die Autorin

 

Ihr Kontakt bei diconium

Sabine Heydenbluth
senior digital consultant