Digitale Platzreife

Was machen wir nun mit den CXos, die eine Platzreife für wichtiger halten als digitale reife?

Die digitale Transformation ist das Schlagwort 2015. Nicht nur Google Trends zeigt eine steigende Suche nach der Kombination „digitale Transformation“ auf. Zahlreiche Unternehmen zeigen bereits, wie „Digital“ funktioniert. So zum Beispiel Alibaba, der am höchsten bewertete Retailer, der nicht einmal eigenes Inventar besitzt. Oder AirBnB: Das weltgrößte Hostel, das keine eigenen Immobilien sein Eigentum nennt. Geschäftsmodelle haben sich durch die Digitalisierung geändert. Ob man jedoch schon an der Spitze des Hypes angekommen ist oder sich noch davor befindet, bleibt abzuwarten.

Doch was genau bedeutet nun digitale Transformation? Wir verstehen darunter die Neuausrichtung von Geschäftsmodellen von einer produkt- hin zu einer serviceorientierten Wertschöpfung auf Basis einer unternehmensübergreifenden digitalen Infrastruktur.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Unternehmen ihren digitalen Reifegrad bestimmen können, um daraus konkrete Handlungsansätze für ihre digitale Transformation abzuleiten.

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Digitale Platzreife

Kunden sind Unternehmen immer voraus

Obwohl viele Unternehmen Innovationen aktiv voran treiben und neuste Technologien verwenden, sind die Kunden in ihren Bedürfnissen immer einen Schritt schneller. Ihr Verhalten ist oft agiler und flexibler. Wer von Unternehmensseite mitmischen will muss mitziehen. Schlagworte wie Connectivity, Mobility oder Social Media sind für Kunden Alltag, lassen Unternehmen jedoch ins Schwitzen geraten. Laut einer KPMG-Umfrage („Digitalisierung und Vernetzung verschärfen Wettbewerb“)

wollen knapp 40% der Kunden ihre Haushaltsgeräte über mobile Endgeräte steuern. 50% zeigen den Wunsch nach einer mobilen Strom- und Wasserverbrauchskontrolle. Schon über 70% aller Konsumenten unter 30 Jahren nutzen bereits ihre Smartphones für Shoppingaktivtäten. Sich sozial zu vernetzen und mit Unternehmen über Social Media Kanäle in Kontakt zu treten, gehört mittlerweile zur Normalität.

Digitale Platzreife

Daher ist Veränderungsbereitschaft auf der anderen Seite gefragt. Schon Charles Darwin erkannte: “It is not the strongest of the species that survives, nor the most intelligent that survives. It is the one that is most adaptable to change.” Kreutzer und Land sprechen daher auch vom Digitalen Darwinismus. Dieser beschreibt „wenn Technologie und Gesellschaft sich schneller verändern als Unternehmen sich anpassen und in der Folge ihre Kunden nicht mehr erreichen.“

Ein Beispiel dafür ist mit der Herausforderung einer zurückgehenden Markentreue umzugehen. Eine zunehmende Wechselbereitschaft und das Bedürfnis nach individuellen Angeboten auf Kundenseite zwingen auch bereits etablierte Marken zum Umdenken. Denn Unternehmen scheitern nicht daran, dass sie falsche Dinge tun. Sie scheitern, weil sie zu lange die Dinge tun, die in der Vergangenheit die Richtigen waren.

Mut zur Veränderung ist damit grundlegende Voraussetzung, um langfristig in der digitalen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Unternehmen sind sich immer noch nicht ausreichend des weitreichenden Einflusses der Digitalisierung auf ihr Geschäftsmodell bewusst. Es wird zu kurzfristig mit temporärem Aktionismus geplant. Ein nachhaltiger Ansatz muss her. Weg von der gewohnten Platzreife, bei der man sich auf bekanntem Terrain sicher fühlt, hin zur digitalen Reife.

Wie weiß ein Unternehmen aber nun, wo es in Bezug auf die digitale Neuausrichtung steht und welchen Anforderungen es dauerhaft gerecht werden muss?

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Sich der digitalen Transformation stellen

diconium strategy hilft bei der Einschätzung des digitalen Reifegrades von Unternehmen. Dazu wurde ein Referenzmodell entwickelt, mit dem man strukturiert anhand eines Indexes ermitteln kann, ob bzw. wie stark ein Unternehmen bereit für den digitalen Wandel ist. Der Digital Readiness Index (kurz: DRx) dient als Referenzmodell für eine nachhaltige Weiterentwicklung von Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung. Dabei werden die absatzorientierten Bereiche eines Unternehmens in Bezug auf ihre digitale Reife eingeschätzt. Der DRx deckt Handlungsfelder und konkrete Optimierungspotenziale auf und dient als Grundlage für nachhaltiges Wachstum im Unternehmen.

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Digitale Platzreife

Übergeordnet werden drei Perspektiven für die Bewertung eingenommen: VISION & LEADERSHIP, DIGITAL CUSTOMER EXPERIENCE und DIGITAL CORPORATION. Hinter jeder Perspektive liegen verschiedene Aktionsfelder, die je nach Unternehmen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können (Skala: 0=nicht vorhanden bis 3=hohe Ausprägung).

VISION & LEADERSHIP deckt übergeordnete strategische Themen ab, die Grundlage für ein Reifen im digitalen Zeitalter sind. Zieht das Management nicht mit, bzw. existiert hier nicht einmal das Bewusstsein zur Notwendigkeit des Wandels ist eine langfristige, wettbewerbsfähige Positionierung im digitalen Umfeld schwer möglich. Ziele sollten in einem definierten Rhythmus reflektiert und unter Umständen angepasst werden. Das Top Management muss vorbildlich die Digitalisierung vorantreiben, indem es sich immer wieder der Realität stellt, Potentiale von morgen erkennt und diese auch zur Realisierung bringt. Amazons CEO, Jeff Bezos, lebt dies beispielsweise mit zahlreichen visionären Projekten auch außerhalb amazons, wie mit Blue Origin, vor.

Der Bereich DIGITAL CUSTOMER EXPERIENCE beschäftigt sich mit einer kundenorientieren Fokussierung. Den sich fortlaufend verändernden Kundenbedürfnissen muss Rechnung getragen werden. Im Optimalfall werden Bedürfnisse schon vorab antizipiert. Es findet die Verlagerung von Produkten hin zu Services statt, welche Produkte beinhalten. Hier ist z.B. Apple mit der Errichtung ihrer Genius Bars einer der Vorreiter.

Das Themenfeld DIGITAL CORPORATION konzentriert sich unter anderem auf die Beleuchtung relevanter Technologien und Prozesse. Zudem sollte die Bedeutung von Daten zunehmend ins Bewusstsein gerückt werden. Unternehmen wie Uber machen dies beispielsweise unter Einsatz von Big Data schon vor (z.B. http://goo.gl/0Hs4yd). Eine wesentliche Rolle spielt auch das Mindset und die Entwicklung notwendiger Skills im Unternehmen. Durch die Rekrutierung von Mitarbeitern der Millennial Generation kann ein Unternehmen profitieren. Sie kommen aus der digitalen Gegenwart und können mit neuen Denkansätzen und Innovationsbereitschaft die Kultur eines Unternehmens positiv beeinflussen. Sie agieren flexibel, agil und denken in Projekten statt Routinen. Mit mehr Mut und einer selbstverständlich gelebten Fehlerkultur treiben sie Ideen voran. L2, eine Business Intelligence Company aus New York, hat dies schon frühzeitig erkannt. Laut Scott Galloway, dem Gründer von L2, sind „Millenials the most talented generation today. […] They are the most digital and competent generation and they are the most educated.” (http://goo.gl/AtJitj). Mittels des DRx können Unternehmen auf strukturierte Art und Weise bewerten, wie ausgeprägt ihre Bereitschaft für digitale Transformation ist – völlig branchen- und größenunabhängig.

Aber ist das der Schlüssel zu einer nachhaltigen Neuausrichtung?

Auf dem letzten Dialog Digital Handeln (DDH) hat diconium strategy dieses Thema eingehend mit Entscheidern diskutiert.

Verortung ist der erste Schritt – danach muss man aktiv werden

Sich seiner Situation bewusst zu werden ist definitiv nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der Dialog Digital Handeln hat gezeigt, dass nicht nur die Nachfrage nach einer strukturierten Bewertung, sondern auch nach konkreten Handlungsfeldern besteht.

Der DDH ist ein Treffpunkt für Menschen, die etwas zu sagen haben, Verantwortung für ein Unternehmen tragen und sich nicht mit Stillstand zufrieden geben. Er liefert werthaltige Impulse, kompakte Information, spannende Dialoge und Gespräche. Für Menschen aus allen Bereichen der Wirtschaft und Wissenschaft, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen Unterschied zu machen. Eine fruchtbare Mischung aus Unternehmen, Meinungsbildnern und Entscheidern.

Beim letzten DDH 2015/II wurde sich genau mit der Fragstellung nach dem „How to“ der digitalen Transformation auseinandergesetzt. Dabei konnten alle Teilnehmer den DRx aktiv auf ihr Unternehmen anwenden und sich im Sparring mit Philip Rooke (CEO, Spreadshirt), Martin Spencker (Verlagsleiter, Georg Thieme Verlag) und Prof. Dietmar Vahs (Direktor des Instituts für Change Management und Innovation (CMI), Hochschule Esslingen) austauschen.

Sich aktiv mit dem Thema digitale Transformation zu beschäftigen, Ansätze zu evaluieren und bestehende Tools auf das eigene Business anzuwenden ist ein richtiger Schritt zur Näherung an eine Neuausrichtung. Danach steht aber erst die wesentliche Arbeit an. Die Erkenntnisse ins Unternehmen zu tragen und umzusetzen, aber auch immer wieder zu hinterfragen, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet oder Anpassungen vornehmen muss sind die Krux. Es braucht Mut, Schmerz, Konsequenz und Herzblut, um in die digitale Transformation einzuleiten und diese erfolgreich umzusetzen. Eine weitere Erkenntnis: Es gibt kein Patentrezept. Jedes Unternehmen, jede Branche kämpft mit ihren individuellen Herausforderungen.

diconium strategy ist Journey Partner und Strategieberatung für digitale Transformation und digitalen Handel und begleitet Unternehmen auf ihrem Weg zur nachhaltigen Veränderung auf strukturierte Art und Weise. Mit gezieltem Einsatz von Methoden und Modellen und durch die Erfahrung mit digitalen Prozessen unterstützt diconium strategy bei der Entwicklung und Validierung relevanter Maßnahmen zur nachhaltigen Neuausrichtung von Geschäftsmodellen – beispielsweise auch unter Anwendung des DRx.

Wie geht es jetzt weiter?

 

Ihr Kontakt bei diconium

Marcus Worbs
managing director diconium strategy