Digitalisiere oder stirb!

oder: Wenn der Klimawandel schneller als die Veränderungsbereitschaft etablierter Unternehmen ist, läuft gehörig was schief 

Wie geht es jetzt weiter?

 

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Daniel Rebhorn
co-founder/managing partner diconium

2018 - was für ein Jahrhundertsommer! Nächstes Jahr kann es wieder ganz anders sein, man weiß es nicht. Für den klassischen Einzelhandel ist das eine Katastrophe! Viele Stores und Marken denken saisonal – und planen Monate voraus. Dann kommt’s wie es kommen muss: Der Mai ist zu kalt, der Juni verregnet. Und niemand kauft die Sandalen, die im Januar oder noch früher geordert wurden. Es will ja keiner barfuß im Regen stehen. Dass der Onlinehandel zur gleichen Zeit Schirme und festes Schuhwerk in allen Formen und Farben anbietet, versetzt der klassischen Produktions- und Orderdenke den Todesstoß. Die Lösung: Statt ein halbes Jahr vorauszuplanen, müssen stationäre Händler kurzfristiger reagieren. Das heißt: weniger Lager, mehr flexible Produktion. 

Digitalisiere oder stirb!

ACT OR DIE

Das wissen natürlich alle. Beweisstück A: Die Evolution der saisonalen Modeschauen. So kündigte Burberry schon 2016 an „ to only hold two seasonless annual shows and make its collections available immediately online and in stores” (vgl. Vogue.co.uk, Vogue Investigates: The Future Of The Fashion Show). Auch Zara bringt Trends innerhalb von 6 Wochen von der Idee in den Laden.

Dann die Ernüchterung: Kaum ein klassischer Händler zieht mit. Und das, obwohl alle könnten. Es fehlt an nichts: neue Geschäftsmodelle, schnelle Produktionstechnologien, Personalisierung dank KI, smarte Logistik – alles da. Nur müssen der Gewissheit eben auch Taten folgen. Ich werde nicht müde, das Mantra immer und immer wieder zu wiederholen: Nur wer sich bewegt, bleibt - Schnelligkeit und Flexibilität sind das A und O.

Die Disruption trifft alle!

Die Zeitungsbranche hat gezeigt, wie es nicht geht. Nicht ohne Ignoranz versperrten sich viele Verlage dem Fortschritt – und blute(te)n aus. Dabei hätte jedem klar sein müssen: Wenn die Zeitung morgens auf dem Tisch liegt, weiß der Leser längst, was passiert ist.   

Der stationäre Handel ist mit dem Problem also nicht allein. Im Gegenteil: Die Disruption trifft alle Branchen. In der Industrie hat man sich damit angefreundet (auch dank freundlicher Unterstützung der Regierung). Aber sonst? Beispiel Finanzbranche: Dort wird Vertrauensbildung bis heute mit überwältigendem Papierkram gleichgesetzt. Aber so denken Kunden nicht mehr. Dienstleistung muss einfach sein, verständlich, persönlich. Vorreiter wie die Allianz haben das verstanden. Das Vorsorgeprodukt Fourmore für junge Leute beispielsweise ist nicht nur flexibel und unbürokratisch, sondern auch komplett digital abschließbar. Neue Geschäftsmodelle wie dieses sollten kein Sonderfall sein, sondern die Regel. 

 

Ups, die Digitalisierung ist schon da

Vielleicht haben Sie es schon rausgehört: Ich bin immer wieder überrascht, wie zäh die digitale Transformation in vielen Unternehmen abläuft. Meist höre ich dann: Keiner kann von jetzt auf gleich alles verändern, was seit Dekaden Usus ist. Stimmt, aber die Digitalisierung kommt ja nicht überraschend. Um das Wetterbild nochmals zu bemühen: Wir alle wissen, dass der Klimawandel kommt und dass wir was tun müssen. Warum ist die Skepsis beim Thema Digitalisierung noch immer so groß? Für alle Zweifler und Zauderer: Nein, die Digitalisierung geht nicht mehr weg. Und das ist auch gut so. Man muss sich halt nur drauf einstellen. Damit wir nicht am Ende mit Sandalen im Regen stehen. 

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