Mattel entwickelt digitalen Barbie Sprach-Assistenten

Das Amazon Alexa im Kontext künstliche Intelligenz ganz weit vorne ist, wurde ja nun mittlerweile breit durch alle Medien getrieben. Spracherkennung und virtuelle Assistenten sollen die Zukunft sein. Selbst Mattel scheint das so zu sehen und nutzt die Gunst der Stunde um einen „virtuellen Assistenten“ für Kinder zu launchen.

Als ich heute das erste Mal von „Hello Barbie“ gelesen habe, dachte ich erst an eine „Fake-News“. Das kann sicher nicht ernst gemeint sein – eine Barbie, die nur noch als Hologramm erscheint, soll in Zukunft für Kinder Fragen beantworten und Kalendereinträge anlegen können. Was soll denn das?

Meine Bestürzung begründet sich auf dem Umstand, dass der erste Versuch, ein smartes Spielzeug in alle Welt zu vertreiben in Deutschland mit einem Verbot endete. Die smarte Puppe „My Friend Cayla“ wurde von der Bundesnetzagentur als Spionage-Werkzeug eingestuft. Der Besitz ist strafbar und die Puppe muss zerstört werden. Immerhin, diese Puppe konnte man wenigstens anfassen und kämmen und in verschiedene Outfits stecken. Doch Mattel will jetzt die Barbie komplett als Hologramm vertreiben…

Keine Ahnung, was sich die Produktentwickler da bei Mattel gedacht haben, als sie begannen, Barbie zu virtualisieren. Ist das ein Hilfeschrei in der Hoffnungslosigkeit, nicht am digitalen Markt mithalten zu können? Wenn dem so ist, warum haben sie nicht einfach eine Amazon Alexa in die Barbie eingebaut und mit einem eigenen Skill versehen?

Das „Nachbauen“ einer Alexa für Kinder dürfte weitaus teurer sein. Noch dazu würde ich in Frage stellen, ob Mattel die technischen und strukturellen Fähigkeiten besitzt, neben der holografischen Darstellung der Puppe auch noch sprach- und kontextsensitiv mit dem Kind interagieren zu können. Ich tippe auf einen Flop des Produktes, meines Erachtens ist die Enttäuschung beim (wenn auch kindlichen) Anwender vorprogrammiert. Oder aber das Ganze ist in der Tat nur ein PR-Gag, dann muss ich sagen: „Gut gemacht – es hat gereicht, mal wieder den einen oder anderen Medien-Kommentar zu erhalten“.