Tech-Trends 2020 – 8 Trends, die ihr Business prägen werden

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Burkhard Richter
director digital consulting

Alljährlich wird zu Jahresbeginn in der Digital-Branche diskutiert, welche Technologien, Trends & Entwicklungen ganz oben auf der Digital-Agenda stehen (müssen). Von den Dauerbrennern Blockchain und Augmented Reality bis hin zu Multi-Connected Businesses und New Mobility stehen verschiedenste Technologien im Fokus – aber welche Trends beeinflussen die Digitale Transformation nachhaltig, wo handelt es sich um "heiße Luft", welcher Hype muss zwingend in die Unternehmensstrategie inkludiert werden? Unsere Digital Consultants ordnen ein.

Gesundheit als Statussymbol, Silver Society, Digitale Transformation nach innen – auch für das Jahr 2021 haben wir identifiziert, welche Tech-Trends Ihr Business nachhaltig beeinflussen werden.

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Alexander Käppler
Senior Digital Consultant

Sprache weiter auf dem Vormarsch

Selbst wenn die aktuellen digitalen Assistenten wie Google Assistant, Siri oder Alexa noch nicht perfekt sind – sie lernen schnell. Auch in 2019 wird Sprache, Spracheingabe und Sprachsteuerung ein wichtiges Thema sein. Unternehmen, die bisher noch keine Erfahrungen mit Sprachanwendungen oder noch nie einen Skill für Google oder Alexa erstellt haben, sollten spätestens jetzt damit anfangen. Die künstlichen Intelligenzen hinter den Sprach-Systemen lernen mit exponentiell wachsender Geschwindigkeit und das bedeutet: Wer keine Erfahrung im Umgang mit den Sprachsystemen hat, verliert schnell den Anschluss an den Rest der Welt.

Das Thema Voice-as-UI beschäftigt uns bereits seit einiger Zeit:

Multi-Connected Businesses und die Krux mit dem Inhalt

Das Handelsgeschäft verlagert sich schon seit Jahren in Richtung Markplatzdominanz. Ob Zalando, Amazon, Alibaba oder Otto – um als Händler existieren zu können, führt oft kein Weg an der Marktplatzteilnahme vorbei. Das erfordert neben hoher Datenqualität an sich auch eine zunehmend stärkere Fähigkeit, diese Daten in Marktplätze einspielen sowie die Umsätze verbuchen und ausliefern zu können. Durch das weitere zu erwartende Wachstum von Sprache als Nutzerinterface kommt neben den ohnehin schon hohen Anforderungen an die Responsivität der Inhalte auch noch die Kontextualität und Sensorik hinzu. Das bedeutet, die Inhalte, die derzeit von Unternehmen produziert werden (Bilder, beschreibende Texte, Anleitungen, Buttons etc.) müssen nicht mehr nur auf unterschiedliche Bildschirmgrößen optimiert werden (Responsive Content), sondern in Zukunft zusätzlich auch noch für unterschiedliche Sinne (Sensorik).

Wahrscheinlich erst zum Ende 2019 wird dies dann beginnen spürbar zu werden, wenn Online-Shops und Medien-Anbieter Traffic-Verluste wahrnehmen, weil die produzierten Inhalten einfach nicht auf Sprachassistenten oder anderen Audio-Devices wiedergegeben werden können, der passende Call-2-Action fehlt oder der Nutzer schlichtweg mit den angebotenen Informationen überfordert ist. Wir denken, Inhalte werden bereits ab 2019 anfangen müssen, multisensorisch und kontextuell zu werden – denn was der Nutzer nicht hört, ist in seiner Welt einfach nicht vorhanden.

Sönke Iwers
Digital Consultant

Die Vorteile von On- und Offline für den Handel: Connected Retail

Auch in 2019 wird die Verbindung von On- und Offlinewelt im Retail zunehmen. Etwa zwei Jahre nach der Übernahme von Whole Foods durch Amazon werden zunehmend digitale Technologien im Amazon-Universum getestet. Zusätzlich erweitern weitere (Stationär-)Händler ihre Digitalkompetenz, u.a. getrieben durch Technologien wie AR. Pure Player drängen in die Fläche und nutzen Flagshipstores sowohl für eine besondere Customer Experience (Amazon, bonprix, Mister Spex) als auch neuerdings für Abverkäufe (Zalando-Outlet in A-Lagen). Zusätzlich werden die digitalen Technologien am Offline-POS mit den digitalen Kanälen verbunden.

Dazu gibt es einige spannende Beispiele:

  1. Amazon Go Stores bieten Cashierless Checkout (mitgenommene Produkte werden direkt im Store dem Käufer zugeordnet)
  2. Kroger (US) baut einen digitalen Store zusammen mit Microsoft
  3. Saturn mit einer zunehmenden Vernetzung seiner Stationärflächen
  4. bonprix plant zudem die Eröffnung eines digitalen Stores in der Hamburger Innenstadt

Eine technische Basis für die Zukunft schaffen: API Readiness

Unternehmen werden zunehmend auf einer größeren Anzahl an digitalen Touchpoints (nach Desktop & Mobile perspektivisch auch auf allen internetfähigen Devices) verfügbar sein; dies ist zukünftig nur mit einer auf Schnittstellen basierenden Strategie möglich. In 2019 wird das Thema APIs im Business-Kontext weiter an Fahrt aufnehmen und als digitale Hausaufgabe für viele Unternehmen anstehen. Headless-Systeme füllen die Lücke und werden zukünftig das Paradigma der (modularen) API-basierten Systeme voranbringen. Fast alle großen Shop-Systeme (z.B. commercetools und Hybris) investieren (oder basieren) mittlerweile in den Aufbau von funktionalen APIs, die unabhängig vom Frontend verfügbar sind. Also lautet das Ziel für viele spannende neue E-Commerce-Entwicklungen nicht mehr „mobile first“, sondern „headless API first“.

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Dirk Feldmann
Senior Digital Consultant

New Mobility – Catch me if you can

2019 und diese Fragen sind noch immer offen: Was bewegt uns in den kommenden Jahren, wie kriegen wir endlich unsere Städte autofreier, wann und wie steigen wir auf Elektro um, müssen es immer vier Räder sein und wie organisieren wir das alles auf unserem Handy?

Die klassischen deutschen Autobauer scheinen aufgewacht, rüsten mit gigantischen Summen ihre E-Mobility-Produktion hoch, investieren massiv in Ladekonzepte und Digitalstrategien und verbünden sich im Kampf gegen Tesla, Uber, Waymo und Co. Es scheint, als finde das wirkliche Rennen gar nicht mehr auf der Straße und vor den Autohäusern statt – vielmehr geht es darum, auf die mobilen Devices und Incar-Systeme der Kunden zu kommen. Dann also doch! 

Daimler und BMW verheiraten in diesem Jahr ihre Carsharing-Töchter Car2Go und DriveNow mit der hocherfolgreichen Mobility-App MyTaxi in einen neuen Milliardenkonzern. Endlich verstanden und endlich gemeinsam geht’s bei „Mobility as a Service“ weniger um das Fahrzeug und seine Features als um Verfügbarkeit, Zugang und Smartness. Der richtige Use Case zum passenden Zeitpunkt (mehr dazu in unserem Whitepaper Digitale Geschäftsmodelle von Automobilherstellern) gewinnt Kunden und füllt Kassen. So brüstet sich MyTaxi mit sattem Umsatzplus von 75 Prozent im letzten Jahr und einem Wachstum von 60 Prozent bei mehr als 40 Millionen Fahrten. Wie man hört, ist der Erfolg auch Konzepten zu verdanken, die man sich beim Konkurrenten Uber abgeschaut hat. Die Kunden haben seit neuestem die Möglichkeit, ein Taxi mit anderen Fahrgästen zu teilen und somit noch günstiger von A nach B zu kommen. Auf Basis eigener Big-Data-Analysen, Algorithmen und gezielter Benchmark-Analyse den entscheidenden Sprung nach vorne wagen und kräftig investieren in die eigenen Digital-Excellence – dann gelingt das, was alle wollen: profitable, ernstzunehmende Mobilitätslösungen, die global skalieren werden.

Was kommt noch? Deutschland rüstet sich für den E-Scooter-Boom! Mit der erwarteten Zulassung in diesem Jahr werden wir in unseren Städten mehr Tretroller mit Elektroantrieb erleben. In der Schweiz, Dänemark und Spanien sind sie längst sehr erfolgreich unterwegs, in Asien und den USA sowieso: als Last-Mile-Lösung und idealerweise als Sharing-Angebot. Und hier kommen erfreulicherweise auch Start-Ups zum Zug. Die Vorbilder Lime und Bird aus den USA zeigen, wie schnell es gehen kann, eine echte Mobilitäts-Alternative zum Auto flächendeckend und für den Nutzer bezahlbar auf die Straßen zu bringen. Alles datenzentriert, digital vernetzt, shareable und App-basiert und von hoffnungsvollen Investoren vorfinanziert. Kann was werden. Schon von Hive gehört? Der neueste Spin-off von MyTaxi (und Daimler im Hintergrund): In wenigen Wochen vom Konzept zum Launch im Testmarkt Lissabon. Hive ist die neue App für Elektroroller-Sharing, ready to roll over Europe. Catch me if you can!

Henning Kuch
Digital Consultant

Internet of things

Das Internet of Things ist und bleibt vor allem bei Industrie-Anwendungen das Trend-Thema. Hier ist der Bedarf an Vernetzung, Kommunikation und smarte Nutzung von Daten besonders hoch, da die Investitionskosten beachtlich sind. Im B2C-Markt macht sich der Trend im Bereich Smart Home bemerkbar und rückt vernetzte Produkte wie Sicherheitssysteme für Haus und Wohnung sowie diverse Beleuchtungssysteme in den Mittelpunkt. Lebensmittel- und Möbeldiscounter haben den Trend aufgenommen und werden IoT-fähige Geräte auch in 2019 in den breiten Markt bringen.

Die zunehmende Marktdurchdringung wird durch die getätigten Investments (Technologien-Entwicklung, IoT-Plattformen, Entwicklung effizienter Kommunikationshardware) ermöglicht. In diesem Bereich wird sich die Vielzahl der Lösung konsolidieren, mit denen sich Industrie-Standards und Best Practices etablieren. Weitere Innovationen wie 5G sorgen für den nachhaltigen Trend des IoT, sodass uns dieses Thema über die nächsten Jahre kontinuierlich erhalten bleiben wird.

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Alexander Käppler und Stefan Westphal
Senior Digital Consultants

Augmented Reality – langsam wird es ernst

Für Endkunden wird Augmented Reality ein Stück mehr Alltagserfahrung. Im Gartner Hypecycle for Emerging Technologies steht Augmented Reality an einem Punkt, auf den die Ernsthaftigkeit folgen wird. Treiber gibt es eine ganze Reihe. 

Auf Seiten der Technologie werden es Apple – mit der soliden Integration von AR in das iOS-Betriebssystem – und der WebXR-Standard sein, der möglicherweise 2019 endlich verabschiedet wird. Damit können immersive Inhalte nahtlos in das alltägliche Browsen integriert werden. Dass die Google-Suche nach „Schuhen“ schon in naher Zukunft auf Smartphones statt Bildern 3D-Modelle anzeigen wird, ist nur eine der vielen naheliegenden Anwendungen. Auch der stationäre Handel erhält durch die erweiterte Realität eine ganze Palette von Möglichkeiten zur Verbesserung der Customer Experience. Ob Navigation oder weitere inhaltliche Informationen zu einem Produkt, einem Outfit oder einem Store an sich – um die Kuration von realen und digitalen Inhalten wird der Handel nicht herumkommen, wenn er denn in den kommenden Jahren noch existent sein will.

Und dann ist da noch Niantic. Das Unternehmen, das uns Pokemon Go gebracht hat, bekam gerade eine 190 Millionen Dollar-Finanzierung für den Nachfolger: „Harry Potter: Wizards Unite“. Wie der Titel des Spiels schon andeutet, werden die Mitspieler gleichzeitig im wohl ersten Massive Multiplayer Game in AR ihre Umgebung gemeinsam verzaubern und verwandeln können. Zusätzlich wird das Spiel während organisierter Events im realen Leben (die es auch schon bei Pokemon Go gegeben hat) ein Test für das Edge Computing der Mobilfunk-Netzbetreiber (siehe Neue Netze für neue Möglichkeiten).

Stefan Westphal
Senior Digital Consultant

Neue Netze für neue Möglichkeiten

Egal, wie lange die Versteigerung der 5G-Funkfrequenzen in Deutschland noch dauern wird, die ersten marktreifen Geschäftsmodelle und Anwendungen werden wir 2019 zu sehen bekommen. Sie werden getrieben von den zum 5G-Kosmos gehörenden Technologien Edge Computing und Massive Machine Type Communication. Die von 5G versprochene schnelle Datenübertragung wird zunächst nur eine untergeordnete Rolle spielen. Viel wichtiger werden die weniger öffentlich diskutierten technischen Eigenschaften des Netzes sein: die sehr geringe Latenzzeit, die – bei niedrigen Übertragungsraten – extrem hohe Zuverlässigkeit mit niedrigem Energieverbrauch und die Möglichkeit, sehr viel mehr Geräte als heute pro Funkzelle ansprechen zu können. 5G wird so ein Treiber von Anwendungen aus den Bereichen AR/XR, IoT und dem autonomen Fahren (oder Fliegen?) auch in Innenstädten.

Wie geht es jetzt weiter?

 

Ihr Kontakt bei diconium

Burkhard Richter
director digital consulting