Trends der Woche 2019 – KW 13

trends-der-woche-2019-kw07-diconium

Trends der Woche 2019 – KW 13

Drohnenflug per Gedanken steuern

Das in Shenzhen ansässige Unternehmen EEGSmart hat mit „UDrone“ eine Drohne entwickelt, die sich per Gedanken steuern lässt. Dafür wird das EEG-Headset „UMind Lite“ mitgeliefert, das Daten über Gehirnaktivitäten sowie Bewegungen bestimmter Muskeln und der Augen ermittelt. Wird das Headset mit der dazugehörigen App verbunden und der „Mind Control“-Modus aktiviert, kann die Drohne per Gedanken gesteuert werden. Dabei gilt: Je konzentrierter der Nutzer, desto höher fliegt die Drohne. Die Flugrichtung wird per Kopfbewegungen gesteuert, während Augenblinzeln die Kamera der Drohne aktiviert.

KI verwandelt Hirnwellen in Sprache

Forscher der Columbia University haben einen Algorithmus entwickelt, der die elektrischen Signale bei der Sprachverarbeitung im Gehirn in Sprache rückverwandelt. Dazu implantierten sie fünf Probanden, die sich wegen ihrer Epilepsie einer Hirn-OP unterziehen mussten, für jeweils 30 Minuten Elektroden. Während der OP wurden ihnen Sprachaufnahmen vorgespielt und die Elektroden zeichneten die entsprechenden Hirnsignale auf, um damit ein künstliches neuronales Netzwerk zu trainieren. Als die Probanden später die Zahlen von eins bis neun hörten, konnte eine Roboterstimme diese zu 75 Prozent erkennbar nachsprechen.

Der erste Online-Lügendetektor

Forscher des iSensor Lab an der Florida State University haben den ersten Online-Lügendetektor für Textnachrichten programmiert. Um die Sprachmuster von Lügnern offenzulegen, zeichneten sie die Interaktionen von Probanden während Computerspielen auf, bei denen eine Gruppe die Mitspieler belügen musste und die andere nicht. Lügner antworteten im Durchschnitt schneller und benutzten Worte, die unter anderem Sicherheit und Wissen ausstrahlen sollten, aber auch negativer waren als bei der Vergleichsgruppe. Ein mit den Daten trainierter Algorithmus konnte 30 bis 50 Prozent mehr Lügner entlarven als ein Mensch.

Telemedizin-Operation in Echtzeit dank 5G

Im Zuge des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona wurde erstmalig unter dem Pilotprojekt „Remote Surgeon" eine Telemedizin-Operation in Echtzeit per 5G durchgeführt. Ermöglicht wurde das Projekt von Vodafone und AIS Channel, einer Onlineplattform für das Training von Chirurgen. Der Vorteil von 5G bei Operationen liegt insbesondere in der Verringerung der Latenzzeit. Diese liegt bei 4G bei etwa 0,27 Sekunden, während die Bilder und Daten der OP mit 5G quasi binnen 0,01 Sekunden übertragen werden konnten. Der Chirurg Antonio de Lacy, der vom MWC in einen OP-Saal zugeschaltet war, konnte unmittelbar eine Tumoroperation anleiten.

Neurofeedback steigert Leistungsfähigkeit

Biomedizin-Techniker der Columbia University haben anhand von Neurofeedback den Erregungszustand von Testpersonen bei schwierigen Aufgaben beeinflusst und deren Leistungen verbessert. Sie nutzten eine Gehirn-Computer-Schnittstelle, um per Elektroenzephalographie den Erregungszustand der Probanden zu beobachten. Die Personen mussten in einer Virtual-Reality-Umgebung Flugmanöver durchführen. Dabei wurden die Anforderungen immer größer, wodurch das Erregungsniveau stieg. Bekamen die Testpersonen Neurofeedback in Form eines künstlich verlangsamten Herzschlags, verbesserte sich ihre Leistung bis zu 20 Prozent.