Trends der Woche 2019 – KW 26

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Trends der Woche 2019 – KW 26

Facebook bringt eigene Digitalwährung heraus

Facebook will 2020 eine eigene weltweit gültige Digitalwährung namens Libra auf Blockchain-Basis herausbringen. Dazu gründet das Unternehmen ein Konsortium, das rund 100 Mitglieder haben wird. Die Kryptowährung soll, anders als Bitcoin, wertstabil sein. Facebook koppelt sie daher an einen Korb verschiedener Währungen wie Dollar, Euro oder Yen. Das Konsortium soll die Abwicklung übernehmen. Facebook will so die Unabhängigkeit gewährleisten. Mit dem Libra sollen Nutzer der Dienste WhatsApp, Messenger und Instagram Waren kaufen oder Überweisungen tätigen können. Mit Calibra gibt es eine eigene, zugehörige Wallet.

Chip für Hirn-Computer-Interfaces

Forscher der Tianjin University haben mit China Electronics gemeinsam einen speziellen Chip namens „Brain Talker“ für Hirn-Computer-Interfaces (BCI) entwickelt. Damit können Nutzer einen Computer über ihre Gehirnwellen steuern. Der tragbare Chip ist anders als herkömmliche Hardware auf die speziellen Anforderungen von BCIs ausgerichtet. Er identifiziert auch schwache Nerveninformationen, die von der Großhirnrinde erzeugt werden und blendet Hintergrundrauschen aus. Die Informationen dieser neuronalen elektrischen Signale werden von „Brain Talker“ effizient und schnell decodiert.

Effektivere Teams aus Menschen und Robotern

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universitäten Göttingen, Duisburg-Essen und Trier hat festgestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine effizienter sein kann als bei rein menschlichen oder Roboter-Teams. Ein Team von menschlichen Fahrern, ein Team von Robotern und ein gemischtes Team erhielten Transportaufgaben mit Fahrzeugen, wie sie oft in der Automobilindustrie vorkommen. Das hybride Team aus Menschen und Robotern hatte weniger Kollisionen und erledigte seine Aufgaben schneller als andere Teams. Den Forschern zufolge sollten daher Arbeitnehmer im Hinblick auf ihren Job weniger besorgt in die Zukunft blicken.

KI spricht mit Bill Gates' Stimme

Mitarbeiter des KI-Forschungslabors von Facebook haben ein maschinelles Lernsystem entwickelt, das Stimme, Sprachrhythmus und Sprachmelodie einer Person überzeugend kopieren kann. Das Facebook-Team trainierte sein System anhand von TED-Talks. Die Forscher teilten derart fabrizierte Clips mit acht berühmten Sprechern auf ihrer Seite. Dazu gehörte auch ein Beispiel mit der Stimme von Bill Gates. Dieses System, genannt Melnet, könnte zu realistischeren KI-Sprachassistenten führen - aber es könnte auch die Unterscheidung zwischen tatsächlicher Sprache und Audio Deep Fakes noch schwieriger machen.

KI erkennt Erbkrankheiten bei Kindern

Wissenschaftler der Universität Bonn und der Charité Berlin haben gezeigt, dass mit künstlicher Intelligenz seltene Krankheiten effizienter und zuverlässiger diagnostiziert werden können. Sie nutzten dazu 30.000 Bilder von Patienten mit Krankheiten, die durch die Veränderung eines einzelnen Gens entstehen. Dazu gehört beispielsweise die Mukopolysaccharidose (MPS) und das Kabuki-Syndrom. Die Gesichtszüge der Betroffenen zeigen Anomalien, die das neuronale Netzwerk DeepGestalt automatisch aus einem Foto erkennen kann. Das soll die Diagnose beschleunigen und schneller zur richtigen Therapie führen.