Trends der Woche 2019 – KW 32

trends der woche | kw 20 | diconium

Trends der Woche 2019 – KW 32

Datenübertragung per Musik

Forscher der ETH Zürich haben eine Methode entwickelt, um geringe Datenmengen wie etwa Passwörter in Musik zu speichern und sie an Smartphones zu übermitteln. Dafür verändern sie die Musik geringfügig, indem sie dominante Töne und deren Obertöne mit zwei minimal tieferen sowie zwei minimal höheren Töne überlagern. Die Daten werden in diesen Zusatztönen gespeichert und können von einem Smartphone-Mikrofon empfangen werden. Die Veränderung der Musik ist für Menschen nicht hörbar, sodass etwa Hotels oder Museen mit Hintergrundmusik bis zu 400 Bit pro Sekunde an Kunden-Smartphones übertragen könnten.

Künstliches Nervensystem

Roboter und Prothesen könnten bald mit einem künstlichen Nervensystem ausgestattet werden, das von einem Forscherteam in Singapur entwickelt wurde. Sie nennen ihre „elektronische Haut“ Asynchronous Coded Electronic Skin (ACES). Die Forscher ließen sich dafür vom menschlichen sensorischen Nervensystem inspirieren. ACES besteht aus vernetzten Sensoren, hat aber nur einen Leiter und ist so weniger anfällig für Schäden. Die künstliche Haut kann Berührungen tausendmal schneller erkennen als das menschliche Nervensystem und die Beschaffenheit von Objekten innerhalb von zehn Millisekunden identifizieren.

Smartphone erstellt Persönlichkeitsprofil

Forscher des RMIT haben Sensordaten aus Geschwindigkeitsmessern von Smartphones dazu verwendet, um die Persönlichkeit der Nutzer zu bestimmen. Da die physische Aktivität viel über Menschen aussagt, untersuchten die Forscher anhand des Smartphones die Verteilung, Diversität sowie Regelmäßigkeit ihrer physischen Aktivitäten. Die Ergebnisse wurden in Bezug auf die sogenannten Big Five der Persönlichkeitspsychologie analysiert: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Laut den Forschern könnte das Verfahren für Matchmaking-Anwendungen sowie Targeting verwendet werden.

Hirnimplantat lässt Blinde wieder sehen

Ärzte des Baylor Medical College haben mehreren blinden Menschen ein Hirnimplantat eingesetzt, das Signale einer Kamera empfängt. Die Patienten konnten nach der Behandlung wieder sehen. Da sie nicht von Geburt an blind waren, sondern im Laufe ihres Lebens erblindeten, funktionierten die Hirnareale noch, die Bilder verarbeiten. Das machten sich die Ärzte mithilfe der Orion genannten Technologie zunutze und pflanzten Elektroden in den visuellen Kortex, die mit einer Kamerabrille verbunden waren. Die Patienten konnten verschwommene Bilder erkennen. So wurden die Augen als Sinnesorgane übergangen.

Personen in anonymisierten Daten identifizieren

Forscher des Imperial College London und der Université catholique de Louvain haben einen Algorithmus entwickelt, der anhand anonymisierter Daten konkrete Personen identifizieren kann. Das Programm verwendet Machine Learning und 15 demografische Attribute wie etwa Alter, Geschlecht und Wohnort, um 99,97 Prozent der US-Amerikaner zu identifizieren. Das Programm wurde mit Daten aus 210 Datensets aus fünf Quellen trainiert. Interessierte können anhand eines Online-Tools herausfinden, ob sie selbst re-identifizierbar sind. Das Programm soll den Forschern zufolge die Schwächen der Anonymisierung von Personendaten aufzeigen.