Trends der Woche 2019 – KW 43

trends der woche | kw 20 | diconium

Trends der Woche 2019 – KW 43

Künstliche Haut lässt Roboter fühlen

Wissenschaftler von der Technischen Universität München haben eine sensorische Haut für Roboter entwickelt, die dem menschlichen Nervensystem nachempfunden ist. Die künstliche Haut besteht aus knapp 13.000 Sensoren, die in 1260 Zellen eingeteilt sind und auf Berührungen, Hitze oder Druck reagieren. Durch einen lernfähigen Algorithmus ist der Roboter in der Lage, ausschließlich neue Impulse wahrzunehmen, was die Datenverarbeitung im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um 90% reduziert. Diese Technologie soll besonders für Roboter, die in Kontakt mit Menschen kommen, eingesetzt werden.

Verkehr mit vorhandenen Glasfasern überwachen

Der Telekommunikationskonzern Verizon und NEC Corporation haben bereits vorhandene Netzinfrastruktur aus im Boden verlegten Glasfaserkabeln genutzt, um Informationen über den Verkehr zu sammeln. Die NEC entwickelte dafür eine Sensortechnologie mit einer Software, welche auf künstlicher Intelligenz basiert. Sie dient als intelligente Verkehrsüberwachung und könnte auch zur Verbesserung für andere Lösungen dienen, etwa zur Erkennung von Brückenschäden. Ein wichtiger Meilenstein ist, dass vermieden wird, den Asphalt nur für die Platzierung von Straßen- und Verkehrssensorik zu zerlegen, da bereits eingebaute Glasfasern genutzt werden können.

Roboter in VR trainieren

Das Forschungszentrum des japanischen Technologiekonzerns Toyota trainiert Roboter, um Haushaltsaufgaben zu erfüllen, indem es Menschen durch die Augen der Roboter schauen lässt. Durch 3D-Scantechnologien und VR können menschliche Instruktoren sehen, was der Roboter sieht und mit einfachen Notizen und Anweisungen kommentieren. So können Robotern beliebige Aufgaben mit einer Vielzahl von Objekten beigebracht werden. Das System ermöglicht eine höhere Flexibilität der Roboter: Sie müssen nur die für ihre Aufgaben relevanten Objekte verstehen und könnten somit unkompliziert ältere Menschen im Haushalt unterstützen.

Maschinelles Sehen verbessert Müllsortierung

Das Londoner Start-up Greyparrot möchte die Abfallwirtschaft verbessern, indem es maschinelles Sehen für die Müllsortierung nutzt. Zunächst werden Bilder verschiedener Abfallarten verwendet, um mit Hilfe von maschinellem Lernen ein Modell zu trainieren, das Glas, Papier, Pappe, Zeitungen, Dosen und verschiedene Arten von Plastik erkennt. Dann ist Greyparrot mit einer einfachen Kamera in Kombination mit einem Computer in der Lage, den Abfall innerhalb einer Sekunde zu sortieren. Neben dem Einsatz in Abfallanlagen könnten auch intelligente Behälter aufgestellt werden, die den Abfall gleich sortieren.

Lebensrettende Werbung im öffentlichen Raum

JCDecaux hat eine OOH-Werbelösung entwickelt, die das Ausspielen von Werbung mit nützlichen und lebensrettenden Funktionen kombiniert. Das Werbemedium soll im öffentlichen Raum nicht nur Anzeigen präsentieren, sondern Passanten die Möglichkeit bieten, zu telefonieren, Internet-Zugang zu erhalten, Mobilgeräte aufzuladen und bei einem Notfall auf einen Defibrillator zuzugreifen. Die Integration des lebensrettenden Geräts wurde mit der gemeinnützigen Organisation Community Heartbeat Trust gemeinsam realisiert. JCDecaux installiert nun 50 dieser praktischen Werbemedien in sieben britischen Städten.