Web Analytics & Studium

„Big Data“, „Online Marketing“, „Brand Storytelling”, “Click Fraud”. In meinem Studium flogen mir bis jetzt so einige Buzzwords entgegen, die zum Teil so kompliziert klingen, dass sie aus einem Neuro-Lehrbuch stammen könnten. „Media Agnostic“ oder „Neuromorphics“ beschreiben Methoden, die mit künstlicher Intelligenz und philosophischen Aussagen verbunden sind. Diejenigen, die in den Vorlesungen bei solchem Lehrstoff mental nicht vollkommen in eine andere Sphäre abgedriftet sind, erweckten manchmal den Eindruck, vor ihrem inneren Auge ziehe ein Banner mit dem Wort „WHAAAAT?“ in neon-farbigen Schriftzug vorbei. Und fragt man dann seinen Kommilitonen, was der Prof damit gemeint hat, hieß es: „Irgendwas Online- oder Marketing-mäßiges…!“.

Web Analytics & Studium

 

Erfahrungsbericht – Web Analytics

Und trotzdem: Irgendwie hab ich Gefallen an diesen Wörtern und deren Bedeutungen gefunden. Vor allem, wenn man zumindest ungefähr weiß, was sie bedeuten und welchen Zweck sie haben, kann man ganz schön viel damit machen. Zuerst einmal musste ich während meines Studiums verstehen, dass die Online-Welt eine riesige Ansammlung von Daten ist, die auf verschiedenen grafischen Oberflächen schön und (nicht immer) logisch angeordnet werden. Überhaupt alles ist irgendwie mit Daten verbunden: Wenn wir uns in Facebook einloggen, verschicken wir Daten. Unternehmen verarbeiten täglich ungeheure Datenmengen über Kunden, Geschäftsprozesse und Mitarbeiter. Wir registrieren uns irgendwo und zack – Daten abgeschickt.

Meine ersten Berührungspunkte mit Web Analytics und Datenanalyse hatte ich dann im vierten Semester meines Bachelorstudiums durch das Pflichtfach „Business Intelligence“ und das Wahlfach „Building a Data Warehouse“. Damit kam dann auch die Zeit der Aufklärung: Wir lernten, welche Daten Unternehmen auch über ihre Kunden sammeln, wie man „Data Mining“ betreibt – quasi die Suche nach dem Gold in einem Meer aus Daten. Wir lernten, welche Spuren auch wir hinterlassen und wie man daraus Geld machen kann. Ich fand das irgendwie cool, welche Fragestellungen durch einen einfachen Data-Cube beantwortet werden können und dass Marketing nicht nur Werbung heißt, sondern man damit noch viel mehr machen kann – vor allem online. Und plötzlich lernt man auch, was Geo-Marketing ist, wie Politiker über Mobilfunkdaten quer durch Deutschland getrackt werden und dass sich fast alles um personalisierten Content dreht.

Zwar war mein Studium schon sehr praktisch aufgebaut, jedoch wollte ich darüber mehr durch das Berufsleben kennen lernen. Als ich dann gegen Ende meines Bachelorstudiums in einer Medienagentur als Werkstudentin anfing, lernte ich, wie man Webseiten trackt und Reports zusammenbaut. Gar nicht so einfach am Anfang, denn man muss sich zuerst einmal zwischen den ganzen Variablen, Parametern und Web-Analytics-Begriffen zurecht finden. Dann aber konnte ich einzelne kleine Projekte und Reports selbstständig übernehmen und lernte dabei sehr praxisnah, wie man durch die Analyse von Webseiten verschiedene Fragestellungen beantworten kann, die sich das Management und die Mitarbeiter in Bezug auf ihren Online-Content stellen. Was mir an der Webanalyse Spaß macht, ist das Zusammenspiel von Marketing und technischen Themengebieten. Dabei ist es für mich besonders interessant, wie sich Menschen auf einer bestimmten Webseite verhalten, welche Aktionen die Performance einer Seite verbessern und wie und wann ein User auf einen bestimmten Content reagiert.

Mein Bachelorstudium ist in ein Masterstudium übergegangen und ich bin als Werkstudentin zu diconium marketing gewechselt. Das Thema Web Analytics bzw. Digital Analytics ist aber geblieben. Auch während meiner Zeit als Master-Studentin versuche ich weiterhin, so viel wie möglich darüber zu erfahren. Im Zuge einer Lehrveranstaltung setzen wir z.B. im Team mit Google-Analytics das Tracking für eine Studiengangs-Seite auf, analysieren den Content und die Seitenstruktur und sollen dann Empfehlungen für Verbesserungen und Handlungsoptionen aussprechen.

Auch bei der diconium marketing GmbH unterstütze ich mein Team u. A. bei Themen wie der Erstellung von Reports und Dashboards, der Erarbeitung von Vorschlägen zur Optimierung der Conversion-Rate und der Ausarbeitung von Anwendungsfällen für Kunden. Und ich mag es. Ich mag, dass man mit der Analyse im digitalen und Web-Bereich abwechslungsreiche Themen aufgreifen kann. Ich mag, dass man kreativ sein kann, was die Herangehensweise von Aufgaben betrifft. Doch vor allem mag ich, dass man ständig auf neue Herausforderungen trifft und immer weiter lernen kann, was die Online-Welt so zu bieten hat.