Instagram vs. Snapchat – Ist der Kampf schon entschieden?

Nachdem Instagram in den vergangenen Monaten einige wegweisende Updates beziehungsweise neue (von Snapchat offensichtlich kopierte) Features auf den Markt gebracht hat, sehen Werbende die Social Media App mit neuen Augen: als eine mächtige Werbeplattform mit enormen Wachstumspotenzial.


Hat Snapchat die besten Zeiten hinter sich? Manch einer lässt sich zumindest dazu verleiten Instagrams virtuellem Konkurrenten die Daseinsberechtigung abzusprechen. Denn Instagram hat Snapchat nicht nur kopiert (Stichwort „Instagram Stories“), sondern den Stellenwert der eigenen Werbeplattform auf ein neues Level gehoben und Snapchat links liegen lassen. Was Instagram so ausgesprochen beliebt macht? Ganz einfach: die Anzahl der User.  Die liegt bei Instastories mittlerweile bei 200 Millionen aktiven Nutzern pro Tag (Stand April 2017) – das sind schon heute 34  Millionen User mehr als beim „Stories-Pionier“ Snapchat (täglich 166 Millionen aktive Nutzer; Stand Mai 2017). Die Reichweite, die ein Unternehmen für die Vermarktung der eigenen Dienstleistung bzw. Produkte erzielen kann, ist damit um ein Vielfaches größer.

Kann Snapchat mit der Spectacles-Videobrille Boden gutmachen?

Instagram und Snapchat unterscheiden sich nicht nur in ihrer Quantität, sondern auch qualitativ. Snapchat nutzen viele als Distributor, um Insights per Video oder Foto über das eigene Business, die Brand oder Produkte zu vermitteln. Das Ziel: Kundenloyalität aufzubauen und zu stärken. Unternehmen, die Instastories für Werbezwecke einsetzen, haben hingegen eher die Follower im Blick. Hier geht es meist nicht nur um die Eigendarstellung, sondern um die Frage „Wie kann ich den Benefit meiner Marke oder meines Produktes näherbringen, ohne das Unternehmen selbst zu sehr in den Vordergrund zu stellen?“

 Beispiele für dieses Vorgehen lassen sich bei den Instagram-Unternehmensprofilen von Salomon und Saucony finden. Hier steht in den Posts und Stories das Erlebnis mit der Marke im Fokus. Die Strategie kennt man aus Youtube:  Zumeist bezahlte aber authentische Influencer („Ambassadors“) integrieren Produkte in Alltagsposts und demonstrieren so den Benefit der Brand.

In der Mode- und Beautybranche kommunizieren Influencer die Marke ebenfalls subtil, aber durchaus etwas plakativer in ihren dezidierten Beschreibungen beziehungsweise in kreativen Instastories. Sie leiten den User direkt auf den entsprechenden Account oder eine entsprechende Website mittels Verlinkung und Hashtags weiter. Das Unternehmen Lancôme hat sich und seine Produkte mit Hilfe der Follower-Base der Beauty-Bloggerin Estée Lalonde beispielsweise zunächst auf Snapchat, aber zunehmend auf Instagram mit dieser Strategie erfolgreich platziert.

Instagram hat auch bei der Usability die Nase vorn

Eine direkte Weiterleitung zu einer Landingpage, einer Produktseite oder ähnlichem ist bei Snapchat aus der App heraus nicht möglich, wohl aber bei Instagram. Der Informationsgehalt für die Insta-Community ist daher um einiges höher. Dass der Benefit für den Follower bei Instagram im Mittelpunkt steht, zeigt sich auch bei der implementierten Suchfunktion. Wohingegen man bei Snapchat den Usernamen direkt eingeben muss, um einem Unternehmen oder einem Influencer zu folgen, offeriert Instagram Vorschläge zu Personen, Unternehmen oder auch Hashtags, die die eigenen Interessen wiederspiegeln und generiert damit einen Mehrwert für den Endnutzer.

Gut kopiert ist halb gewonnen: die „Instastories“ erinnern an Snapchats Hauptfeature.

So einfach gibt sich Snapchat natürlich nicht geschlagen. Erst kürzlich ist dem Unternehmen mit den Spectacles ein Marketing Coup gelungen – auch wenn die Videobrillen eher kundenorientiert sind und kaum Mehrwert für Werbetreibende bieten. Kann Snapchat aus dem kurzfristig generierten Hype langfristig Kapital schlagen? Oder ist das Unternehmen doch schon ausgezählt? Wir werden sehen. Bis dahin halten wir fest: Instagram liegt nach Runden vorn.

Autorin

Manuela Bung

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