Kommentar: Ad Fraud – viele Klicks, null Viewer?

Am Montag berichtete die Fachzeitschrift Horizont, dass Onlineanzeigen oft ihre Wirkung verfehlten, weil bis zu 90 Prozent der Klicks durch automatisierte Bots getätigt würden. Unser digital expert Alexander Käppler hat sich das Problem der Digitalbranche, das sogenannte Ad Fraud, näher angeschaut.

„Wer heutzutage seine Kampagnen basierend auf Traffic auswertet, hat so ziemlich vieles im Online Marketing nicht verstanden. Das ist ähnlich wie die Einschätzung vieler Unternehmer, die ein Geschäftsmodell anhand des Umsatzes bewerten, anstelle der weitaus sinnvolleren KPI „Rendite“. Das über 60% des kompletten Web-Traffics von Bots stammt, ist schon vor über 5 Jahren von der BBC beziffert worden (http://www.bbc.com/news/technology-25346235). Wie kann man dann annehmen, dass sich diese Zahl verringert hat, wenn alles noch digitaler und noch online-getriebener wird? Und auch mit Ad Fraud wird sich schon seit Jahren beschäftigt.

Google hat da beispielsweise schon vor Jahren sehr ausgeklügelte Mechanismen implementiert, angefangen bei den herkömmlichen Methoden wie IP-Auswertung oder Verweildauer-Analysen bis hin zu Maustracking und Klick-Punkt-Analysen. Wer als Marketing-Verantwortlicher heute noch ungedeckelte CPC-Deals eingeht (ohne die Performance im Sinne von Trans- oder Interaktionen zu fokussieren), die nicht von Google angeboten werden oder sich nicht in geschlossenen Ökosystemen befinden, der sollte seine grundsätzliche Marketing-Strategie überdenken. Dennoch ein kleiner Trost: Bot-Traffic signalisiert zumindest eine gewisse Sichtbarkeit, denn sonst würde der Bot gar nicht erst kommen und klicken. So gesehen kann es Sinn machen, auch Bots etwas Futter zu geben – die Kosten dafür sollten jedoch unter Kontrolle gehalten werden.“

Klicken Sie hier, um den Artikel der Horizont zu lesen.