Trends im Online Marketing – diconium-Gastbeitrag Internet World Business

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In Kooperation mit „INTERNET WORLD Business“, dem Fachmagazin für Online Marketing und E-Commerce, hat unser Digital Expert Alexander Käppler die Frage beantwortet, welche Trends das Online Marketing in den kommenden Monaten prägen werden. Eine verkürzte Fassung des Textes ist in der aktuellen Ausgabe des Magazins zu lesen, der Originaltext samt ausführlichen Antworten folgt hier.

Welche Trends werden das Online Marketing in den kommenden Monaten prägen?

Erste Schritte für integrierte Chatbots und automatisierte Kundenkommunikation, aber bei weitem nicht so komplex, wie in einigen tollen Use-Cases von KLM oder Zalando vorgestellt. Dennoch: Die künstliche Intelligenz (die anfangs aber noch viel zu lernen hat), wird die ersten Schritte gehen. Wichtig wird es, zu verstehen, wie diese Bots funktionieren und vor allem, wie die Integration in die Plattformen von Google und Facebook erfolgen kann.

Mobile Websites (wenn möglich gleich im AMP-Format). Ladezeit wird zum Ranking-Faktor, und das kann aus Googles Sicht am besten über AMP-codierte Webseiten erfolgen. Die kritische Frage hier: Bringt das Umstellen auf AMP den Trafficzuwachs, der die Kosten der Um-Programmierung rechtfertigt?

Amazon Skills und Facebook Chat-Integrationen werden in ein breites Experimentierstadium kommen, Unternehmen werden vermehrt eigene Skills entwickeln. Wichtig auch hier, nicht zu vergessen, dass Google ebenfalls Skills für Allo und Google Home erlaubt und über sein Betriebssystem eine weitaus größere Reichweite als ein Amazon aufbauen kann, wenn die Assistenzfunktionen weiter so tief in das System integriert werden, wie bei dem hauseigenen Smartphone PIXEL. Folglich sind auch erste Gehversuche mit Google Skills ratsam.

AR und VR werden weiter in aller Munde sein, wenngleich es an guten und vor allem wiederholt nutzbaren Anwendungen (außer Gaming), auch in 2017 noch fehlen wird. Die Anwendungen werden sich zwar rasant weiter entwickeln, gerade jetzt, wo Google seine Plattform Daydream geöffnet hat, dennoch wird man auch 2017 nach sinnvollen wiederholt nutzbaren Anwendungen suchen müssen. Im Kontext Marketing sollten Unternehmen aber auf alle Fälle erste Schritte gehen um eigene Erfahrungen mit 360° Video oder Card-Board-Kampagnen zu sammeln. An dem Thema AR wird in den kommenden Jahren kein Weg vorbeiführen, was Customer-Engagement angeht. Und zwar in fast jeder Branche.

Personalisierung, auch wenn es schon seit Jahren immer wieder ein Thema ist. Viele Unternehmen wissen gar nicht so richtig, was gemeint ist. Wer bisher noch keine personalisierte Kampagne oder Leadstrecke aufgebaut hat, der ist jetzt fast schon zu spät dran – denn die Vorreiter der Personalisierung gehen mit dem lange gesammelten Wissen und den Daten jetzt in das „Füttern“ der KI über. Der Datenvorsprung wird kaum noch einholbar.

Big Data ist zwar immer noch ein heißes Thema, aber im Kontext „Geschwindigkeit“ und schneller sichtbarer Erfolge gewinnen Micro-Data weiter an Bedeutung. Mit der Datenanalyse ist es wie mit dem Paretro-Prinzip: 80/20. Mit 20% des Aufwandes werden wahrscheinlich 80% des Erfolges schon gehoben. Dafür reichen oft schon geringe Datenmengen aus, solange man keine langlebigen Produkte mit hohen Anschaffungskosten vermarkten muss. Wer allerdings schon ausreichend lange Daten gesammelt hat, kann diese jetzt über erste KI-Anwendungen sinnstiftend in Personalisierung einsetzen oder erste Schritte in der Kommunikations-Automatisierung gehen.

Blockchain ist auch 2017 ein Thema und geht langsam in eine Art „Realität“ über. Solange jedoch die Banken sich nicht massiv dafür entscheiden, ihr eigenes Geschäftsmodell zu torpedieren, wird sich meines Erachtens im Banking-Umfeld mit Blockchain nicht viel tun. Anders könnte es in den Bereichen Energie oder diverser Smart-Contract-Modelle aussehen, jedoch ist die Technologie noch immer in der „Findungsphase“ und eine breitenwirksame Nutzung wird in 2017 nicht erreicht werden können. Die Technologie sollte aber unbedingt auf der „Watchlist“ bleiben

Welche Fehler sollten jetzt tunlichst vermieden werden?

Overacting und hektischer Aktionismus. Bei vielen Marketing- und Digitalisierungs-Möglichkeiten wird derzeit von der Disruption schlechthin gesprochen (Blockchain, Virtual Reality), aber nichts wird so heiß gekocht wie es gegessen wird. Daher sollte immer die Frage gestellt werden, hilft eine Technologie oder Lösungsmöglichkeit meinem Business besser zu werden, ein Kundenproblem zu lösen, oder ist es nur eine nette Sache und bringt mein Geschäft eigentlich nicht wirklich weiter. Oft ist diese Frage erst zu beantworten, wenn man sich etwas näher mit einem „Trend“ intensiv auseinander gesetzt und ihn verstanden hat. Man sollte jedoch auch nicht den Fehler begehen, nur bis morgen zu denken, sondern versuchen, sich die Welt und das Geschäft auch in 2-3 Jahren vorzustellen, und dann kann es durchaus hilfreich sein, sich die eine oder andere Technologie anzuschauen und zumindest als Prototyp umzusetzen, um erste Erfahrungen zu sammeln – damit man eben nicht zu spät ist, wenn sich die Welt wirklich ändert und man dann ohne Daten, Ideen oder Erfahrungen dem fahrenden Zug hinterherschaut.

 

Alexander Käppler

digital expert
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