Affiliate Marketing Tipps: Warenkorbschutz

Online-Shops, die Affiliate-Programme betreiben und Gutschein-Codes zur Verfügung stellen, stoßen irgendwann auf die Problematik, dass ein gewisser Prozentsatz ihrer Kunden sich kurz vor der Abrechnung noch schnell bei Google auf die Suche nach einem Gutschein-Code begibt. Dies wird von den Online-Shop-Anbietern oft nicht gern gesehen, da mit den Gutscheinen meist ein Provisionsmodell für Affiliate-Portale verbunden ist. Somit müssen Provisionen gezahlt werden, obwohl das Affiliate-Portal nicht wirklich neue Besucher auf die Website gebracht hat.

Wie sich Online-Shop-Betreiber absichern können und welche Möglichkeit ihnen zur Verfügung steht, um ungerechtfertigte Provisionszahlungen zu verhindern, wird im folgenden Artikel näher erläutert.

DIE EIGENTLICHE IDEE VON AFFILIATE MARKETING

Affiliate Marketing zählt zu den internetgestützten Vertriebsarten, bei der die Werbemittel auf Partnerportalen platziert werden, um auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Die Partnerportale bekommen dabei eine Vermittlungsprovision basierend auf unterschiedlichen Modellen. Der Besucher kommt im Normalfall also über einen Affiliate-Partner auf die Shop-Seite. Bei Betreten des Shops wird dies vermerkt. Sobald sich der Kunde bis zur Bestellbestätigung durchgearbeitet – also einen Einkauf getätigt – hat, erhält der Partner seine Provision. Der Partner hat also aktiv dazu beigetragen, neue Kunden in den Shop zu bringen. Dies ist im Schaubild links dargestellt. In den allermeisten Fällen ist die Provision vom Einkauf des Kunden abhängig. Bei anderen Affiliate-Modellen können die Provisionszahlungen auch per Klick oder View des Werbemittels oder per gewonnenen Lead bestimmt werden. Soweit der Gedanke, der hinter Affiliate steckt.

WIE FUNKTIONIERT AFFILIATE AUS TECHNISCHER SICHT?

Der Ablauf bei Affiliate-Partnerschaften funktioniert aus technischer Sicht folgendermaßen: Der Besucher kommt über ein Affiliate-Portal auf die Seite. Technisch muss der Link, der zum Online-Shop führt, die entsprechenden Informationen enthalten, von welchem Affiliate-Partner der Besucher auf die Seite gelenkt wurde, beispielsweise www.onlineshop.de/…/..?mediacode=partnername.

Diese Information wird im Cookie (clientseitig) oder als Session Parameter (serverseitig) hinterlegt und nach dem erfolgreichen Kaufprozess als Entscheidungsgrundlage verwendet, um den Conversion-Tag des entsprechenden Affiliate-Partners zu laden. Damit wird an den Affiliate-Partner die Information weitergegeben, wie hoch der Kaufbetrag war, um auf dieser Grundlage die Provision auszurechnen.

WANN IST EINE PROVISION UNGERECHTFERTIGT?

Einige Gutscheine funktionieren erst dann, wenn ein Besucher von solch einem Portal in den Shop  gekommen ist. Falls sich jedoch ein Besucher erst, nach dem er den Warenkorb gefüllt hat, für die Suche nach einem passenden Gutschein entscheidet, hat der Online-Shop-Betreiber von seiner Affiliate-Partnerschaft eigentlich nichts gewonnen, da der Kunde ja schon zuvor auf seiner Seite war. Die Provision muss er dem Partner allerdings trotzdem zahlen, was von vielen Shop-Betreibern als ungerechtfertigt empfunden wird. Im Schaubild rechts sehen wir, warum auch hier eine Provision fällig wird: Der entscheidende Punkt ist, dass der User vor dem Bezahlvorgang auf der Affiliate-Partner-Seite war – wie und wann er dahin kam, ist alleine durch das Laden des Affiliate-Tags nicht ersichtlich.

Der Kunde selbst merkt von diesen Vorgängen nichts. Er erhält seinen Gutschein-Rabatt in jedem Fall, ob zu Ungunsten des Shop-Betreibers oder des Affiliate-Partners, ist für ihn nicht von Belang. Shop-Betreiber ärgern sich jedoch zu Recht über die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Provisionszahlung, die sie an ihren Partner leisten müssen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, Warenkörbe vor unnötigen Provisionszahlungen zu schützen. Dieser Vorgang nennt sich „Basket Freeze“ und kann im Tag-Management-System definiert werden. Der Prozess des Sperrens für die Affiliate-Zuordnung wird im Schaubild links verdeutlicht. 

Auch hier ist die Ausgangssituation, dass der Kunde bereits direkt in den Onlineshop eingestiegen ist. Er befüllt seinen Warenkorb und begibt sich bei Google auf die Suche nach einem passenden Gutschein, bevor er bezahlt. Ist der Warenkorb vom Kunden befüllt worden, darf kein „Vermerk“ über den Affiliate-Partner gespeichert werden. Wenn der Kunde nun auf die Affiliate-Seite geht und danach in den Shop zurückkehrt, um seine Bestellung abzuschließen, kann das Tag-Management-System anhand des Paramaters im Link erkennen, ob der Kunde vom Affiliate-Partner in den Shop kam oder ob er schon zuvor im Shop war und einen Umweg über die Partnerseite genommen hat. Im letzteren Fall wird der Conversion-Tag am Ende des Kaufprozesses nicht geladen, um eine Provisionszahlung zu verhindern.