Trends der Woche 2017 – KW 39

LADEN AKZEPTIERT NUTZERDATEN ANSTELLE VON GELD

Kaspersky Lab hat im Londoner Viertel Shoreditch den Pop-up-Laden „The Data Dollar Store“ eröffnet, in dem Kunden T-Shirts, Tassen und Siebdrucke des Künstlers Ben Eine kaufen können, indem sie ihre persönlichen Daten verkaufen. Um eine Tasse zu erwerben, müssen sie drei Fotos, WhatsApp-Screenshots, SMS oder E-Mails hergeben. Ein T-Shirt bekommen sie im Tausch gegen die drei neuesten Fotos oder Nachrichten auf ihrem Smartphone. Damit die Kunden einen Siebdruck mit nach Hause nehmen können, müssen sie einem Ladenmitarbeiter gestatten, sich fünf Fotos oder drei Screenshots auf ihrem Smartphone auszusuchen.

WARENAUTOMAT MIT KÜNSTLICHER INTELLIGENZ

Das US-amerikanische Start-up Bodega hat einen App-gestützten Warenautomaten entwickelt. Die etwa 1,5 Meter breite Box enthält Lebensmittel, die nicht schnell verderben, und lässt sich überall aufstellen. Ein von künstlicher Intelligenz gestütztes System erkennt, welche Waren entnommen werden, und rechnet sie automatisch mit Hilfe einer dazugehörigen App ab. Außerdem merkt es, welche Waren besonders beliebt sind, sodass das Sortiment je nach Standort individuell angepasst werden kann. Die Automaten sollen zentralisierte Einkaufsorte und langfristig auch Lebensmittelhändler überflüssig machen.

INDIVIDUALISIERTE WERBESPOTS IM LINEAREN TV

Die Mediengruppe RTL hat für den Kunden Ferrero den ersten HbbTV-2.0-Case im linearen TV umgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Broadcasttechnik- und IT-Kompetenzcenter CBC und dem Medienvermarkter IP Deutschland wurde der Pilotversuch auf RTLplus durchgeführt. Mit HbbTV 2.0 lässt sich individualisierte Werbung in Echtzeit realisieren und innerhalb des TV-Werbeblocks austauschen. In einem Test sahen eigentlich alle Zuschauer den TV-Spot für Raffaello, wobei der Spot auf HbbTV-2.0-fähigen Endgeräten durch einen Clip für das neue Produkt „nutella B-ready“ ersetzt wurde.

SENSORDATEN VEREINFACHEN DIE PARKPLATZSUCHE

Das Unternehmen Fybr hat mit Hilfe von Apples ARKit eine Anwendung entwickelt, die künftig in Kombination mit den unternehmenseigenen Sensoren die Parkplatzsuche wesentlich vereinfachen soll. Die Sensoren des Unternehmens analysieren bereits in einigen US-amerikanischen Städten die Umwelt in Echtzeit und sammeln Daten, um sie über entsprechende Apps auf das Smartphone zu übertragen. Die Parkplatzsensoren von Fybr sollen es Autofahrern künftig ermöglichen, sich in Echtzeit per Smartphone oder mit Hilfe einer Augmented-Reality-Brille über die aktuelle Parkplatzsituation zu informieren und Parkhinweise zu erhalten.

ROBOTERSHUTTLE MACHT ÄLTERE MENSCHEN MOBIL

Der japanische Spieleentwickler DeNA testet im japanischen Nishikata derzeit den Einsatz seines selbst entwickelten autonomen Robotershuttles. In der Stadt Nishikata leben sehr viele Menschen über 65 Jahre, die wegen der schlechten Businfrastruktur und des Mangels an Busfahrern in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Der Robotershuttle könnte hier eine Möglichkeit sein, der alternden Bevölkerung zu mehr Mobilität zu verhelfen. Die Shuttles bieten Platz für jeweils sechs Personen und bewegen sich in der Testphase mit einer langsamen Geschwindigkeit von etwa zehn Stundenkilometern fort.